Der Geist ist das einzige was übrig bleibt…

Posted by on 11.2.2014 in 2014, Allgemein, Einheimische in Lappland, Essen, Inari, Lappland, Renntier, Schlemmen | 0 comments

Der Geist ist das einzige was übrig bleibt…

…von einem Rentier, wenn es mal geschlachtet wird. So sagt man in Lappland, und nicht umsonst – das stimmt auch Haargenau.

Leben in Lappland in 1723 - Bild aus Samenmuseum Siida, Inari

Leben in Lappland in 1723 – Bild aus Samenmuseum Siida, Inari

Ohne die sympatischen Renntiere, die hier oben frei in der Natur herumlaufen, gäbe es das Leben in Lappland nicht, auf jeden Fall nicht so wie es heute ist. Obwohl man heute schon mit vielen anderen Mitteln sein Leben hier aufbauen kann, bringt die Rentierwirtschaft immer noch das Auskommen für über 4000 Leute in Lappland.

Wir gehen wo wir wollen

Wir gehen wo wir wollen

Mich hat es am Anfang meines lappländischen Lebens ein wenig zum nachdenken gebracht. Wieso wird ALLES von dem Rentier benutzt? Die Pfoten? Aber langsam ist es mir ganz klar geworden: Mit der langen langen Tradition der Rentierwirtschaft hat man zahlreiche Weisen gefunden, das Tier für das überleben in den arktischen Verhältnissen voll auszunutzen.

Hier einige schöne Beispiele für Sie:

Was ein Rätsel sein kann sind ja die Pfoten. Was macht man bloß aus den Pfoten? Na, eine Suppe! Aus den harten Teilen und den Sehnen des Beines. Und man isst auch alles auf, außer den härtesten Teilen des Hufes.

Die Pfoten können auch zu einem Gericht benutzt werden.

Die Pfoten können auch zu einem Gericht benutzt werden.

Auch alle sonstigen Teile vom Rentier werden gegessen. Wir kaufen mit meinem Mann auch immer zwei oder drei Rentiere im Jahr und lagern sie in dem Tiefkühler – in Teile geschnitten.

Freude über die neueste Last von Rentierfleisch

Freude über die neueste Last von Rentierfleisch

Das Fleisch schmeckt herrlich. Nach Wild, aber nicht zu stark. Mein Mann ist ein hervorragender Koch von Rentiergerichten, unsere Familie wird oft mit seinen Spezialitäten verwöhnt :) Das beliebteste Rentiergericht überhaupt mag wohl Rentiergeschnetzeltes sein. Das Fleisch wird in ganz dünne Scheiben geschnitten, wenn es noch gefroren ist. Dann wird es auf der Pfanne gebraten, mit Salz und Pfeffer gewürzt, und darf unter dem Deckel für einige Stunden schmoren. So wird das Fleisch köstlich mürbe, und wird dann mit Kartoffelbrei und Preiselbeerenkonfitüre gegessen.

Das absolut beste in meiner Meinung ist aber eine einfache Suppe aus Rentierbraten mit Kartoffeln, Schmelzkäse und Sahne. Einfach himmlisch, wenn Pekka sie vorbereitet.

Noch ein bisschen Sahne dazu, und fertig!

Noch ein bisschen Sahne dazu, und fertig!

Und die Eigenartigkeit vom Rentier: Trockenfleisch, das draußen in der frischen Luft jedes Frühjahr gegart wird. Im März hängt man gesalzene Stücke des Rentieres unter der Traufe, und wenn sie dann Tagsüber in der Frühlingssonne schmelzen, und nachts wieder einfrieren, und das Wochenlang, werden diese besonderen Delikatessen durch diesen Prozess langsam gar. Das Trockenfleisch hält sich gut, und ist ein sehr praktisches Gericht zum mitnehmen, wenn man in den Wald für den einen oder den anderen Grund geht. Protein in einer kompakten Form. Und schmeckt sehr gut.

Trockenfleisch aus Rentier

Trockenfleisch aus Rentier

Und noch ein Liebling, den ich erwähnen muss! Die Blutpfannkuchen aus Rentierblut und Roggenmehl. Gebraten in reichlicher Menge von Butter und gegessen mit Preiselbeeren. Oijoijoi…

Und nicht zu reden von der gekochten Rentierzunge auf dem Butterbrot…. Naja, wie sie merken, könnte ich Ihnen noch viel mehr über die Rentierköstlichkeiten schreiben. Am besten kommen Sie aber selber nach Lappland und probieren alles einfach mal aus!

Diesmal eine Elchzunge gekocht

Diesmal eine Elchzunge gekocht

 

 

Pfannkuchen aus Rentierblut und Roggenmehl

Pfannkuchen aus Rentierblut und Roggenmehl

Fleisch ist natürlich leichtes Thema, wenn man von der vollen Benutzung des Tieres spricht, das kann man einfach aufzehren. Aber was macht man von dem Rest des Tieres?

Schöne und warme Kleidung, Schuhe, Taschen, Schmuck, Trommel, Gebrauchsgegenstände für den Alltag und Fest. Hier sehen Sie einiges:

Die Rentierfellschuhe werden immer noch benutzt. Aber ohne Socken, und mit getrocknetem Heu innendrin. Hält den Fuss wunderbar warm.

Die Rentierfellschuhe werden immer noch benutzt. Aber ohne Socken, und mit getrocknetem Heu innendrin. Hält den Fuss wunderbar warm.

 

 

Fellschuhe dieses Jahr auf dem Filmfestival Skabmagovat in Inari

Fellschuhe dieses Jahr auf dem Filmfestival Skabmagovat in Inari

 

Ein Geschenk zur Verlobung: Löffel aus Rentierknochen

Ein samisches Geschenk zur Verlobung: Löffel aus Rentierknochen

 

Eine schöne traditionelle Tasche aus Rentierleder

Eine schöne traditionelle Tasche aus Rentierleder

 

Messerscheide aus Rentierknochen und -leder

Messerscheide aus Rentierknochen und -leder

 

Rentierknochen und Geweih sind tolles Material für Schmuck. Hier geputzt für weiterentwicklung.

Rentierknochen und Geweih sind tolles Material für Schmuck. Hier geputzt für weiterentwicklung.

 

Und vieles, vieles mehr benutzt man von dem halbwilden Tier. Die Kultur rund um die Rentierwirtschaft ist unendlich interessant. Kommen Sie einfach auf eine Reise nach Lappland mit mir, und erleben Sie das von selbst! Ab nächste Woche finden Sie die ersten Reisen auf diesen Seiten, und ab Ostern 2014 sind Sie herzlichst willkommen in Kaisus Lappland!

Hier können Sie mehr über das kommende Reiseangebot lesen.

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…und hier, um mehr über das lappische Leben zu lesen!

 

 

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