Die wunderbaren Verrückten im Eisloch

Posted by on 27.3.2014 in 2014, Lappland, Rovaniemi, Wetter, Wintersport | 1 comment

Die wunderbaren Verrückten im Eisloch

Letztes Wochenende hatten wir ein grosses Sportfest in Rovaniemi: Winter Swimming World Championship 2014, also Wettschwimmen im Eisloch im Fluss Kemijoki, in der Stadtmitte von Rovaniemi.

WSWC2014 Rovaniemi

Gut über 1200 Teilnehmer aus insgesamt 34 Ländern sind gekommen, um in dem fliessenden Wasser mit knapp über null Grad längere Strecken zu schwimmen. Die längste war 450 m. Wir haben an dem wunderschönen sonnigen Donnerstag am Strand gestanden und diesen supermutigen Menschen  mit vielen anderen fröhlichen Zuschauern vor lauter Achtung ”Hurra” gerufen und die Hände geklatscht. 

Publikum in Sonnenschein in Rovaniemi

 

Henri KaarmaAber zum Beispiel dem Henri Kaarma aus Estland war die längste Strecke in Rovaniemi nur ein kleiner Sprint – letzten Dezember hat er in Russland den Eislochschwimm-Marathon gewonnen: 2,4 km im eiskalten Wasser in 42 Minuten. Seit sieben Wintern sucht dieser Superman seine Grenzen in diesem Sport.  Die Eisschwimmer kämpfen die ganze Strecke nämlich nicht nur gegen die Uhr, sondern auch gegen einen ganzkörper-Schmerz, die die Kälte verursacht, hat eine der Schwimmerinnen verraten. Bei einem richtig langen schwimmen von etwa einer Stunde kann der Körpertemperatur sogar mit 5 Grad sinken. Ein gar nicht ungefährlicher Sport, nur für die härtesten.

Eisstücke werden weggeschaufelt

Auf dem Foto hier oben kann man gut sehen, wie kalt das Wasser in dem Fluss ist. Der mann mit dem merkwürdigen Gitterschaufel hat ständig die kleinen Eisscherben aus dem sehr schnell frierendem Wasser rausgeholt.

IMG_5470

 

Die Schwimmer konnten sich in einem warmen Zelt vor dem Wettbewerb umziehen, aber dann musste man schon raus in die Kalte Luft und an den Becken.

Gleich geht's los

Schwimm, schwimm!

Und los ging’s! Manche Schwimmer haben aufgegeben – es war entweder kein guter Tag für sie, oder sie hatten sich einfach eine zu lange Strecke vorgenommen. An dieser Sportart ist es besonders klug, aufzugeben, wenn es einem mitten in der Leistung nicht so gut geht.

Wer aber keine langen Strecken schwimmen möchte, aber nur kurz in das Eisloch eintaucht, kann von vielen guten Wirkungen auf die Gesundheit geniessen: Man sagt, dass das Winterschwimmen dem Blutdruck und Kreislauf guttut, die Grippen von dem Mutigen weit entfernt hält, und viel Energie und Wohfühlen mit sich bringt. Eisschwimmen ist ein beliebtes Hobby in Finnland mit über 100 000 Enthusiasten (wir sind ja insgesamt nur gut 5 Millionen im ganzen Land) und auch in Rovaniemi. Am schönsten mag es direkt aus der Wärme der Sauna in das eiskalte Wasser zu gehen, aber auch ohne geht’s ganz gut. Mütze und Wollsocken zu dem Badeanzug, und los! Vor dem eintauchen ist es kalt, aber danach nicht mehr. (Ich bin im moment in der Phase, davon zu träumen, regelmässig hineinzuhüpfen, aber eines Tages werde ich damit anfangen. Das habe ich mir fest vorgenommen.) 

Aino, Pekka und Ella auf dem Eis

Sonst geniessen wir jetzt die schönste Frühlingswinterzeit hier in Lappland. Das Wetter ist die letzten Wochen sonnig gewesen, und ich weiss fast nichts schöneres als auf dem Flusseis skizulaufen, wenn die Frühlingssonne die ersten warmen Strahlen herunterschickt und den Rücken wärmt. Und nach dem skilaufen grillt man ”Makkara”, die Wurst, auf einem offenen Feuer und trinkt heissen Johannisbeerensaft dazu. Wintergenuss pur.

Wurst und heissen Saft nach dem skilaufen

Ich weiss, dass es bei Ihnen in Mitteleuropa schon ganz anders aussieht. Also lassen wir uns alle den Frühling mit vollem Herzen geniessen, wie er auch aussehen mag!

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Kategorie: 2014 Lappland Rovaniemi Wetter Wintersport | Tags: , , , , , ,

One Comment

  1. Super! Aber schwimmen im Winter im See – zu kalt mir, wirklich!

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